Ich muss ehrlich mit mir sein. Ich hab mich mit dem Wochenthema Sehnsucht befasst und war völlig überfordert von mir selbst. Dann hab ich euch gefragt was ihr so drunter versteht und dann kamen super Synonyme für Sehnsucht. Jemand hat gefragt warum der Begriff für mich nicht passt. ich dachte es stört mich dass es nicht alltäglich ist. Und heute hab ich es gecheckt: Der Begriff ist nicht MEIN Alltag.
Ich habe gerade keine Kapazitäten mehr über. Mein Glaube wankt. Er ist da, sitzt aber nicht ganz so solide, wie ich es gerade gern hätte oder brauchen tät. Und da bin ich beim Punkt angekommen. Etwas Brauchen (von andren und von mir selbst) ist genau dieses Platz machen im Kopf für Sehnsucht. Zeit um Herzenswünsche zu formulieren, Seelenflüge machen… das sind einige eurer Formulierungen.
Etwas brauchen, vor allem von anderen, das habe ich grad tief in mir vergraben. Lieber nicht. Ich kann das allein, ich schaffe das. So bin ich mich gewohnt. Aber eigentlich geht es doch um die Schicht drunter. Etwas Brauchen = die eigenen Bedürfnisse durchzuchecken. Etwas brauchen = auch weiter zu sehen.
Etwas brauchen = Sehnsucht.
5 Wege um deiner Sehnsucht zu folgen
Ich nenne meine Sehnsucht jetzt die heilige Unruhe. Weil das ist es was es bei mir grad macht. Ich habe irgendwie gecheckt, dass es da manches gibt, das einfach nicht mehr passt. Da gibt es Dinge, die sich verändern. Ich glaube Unruhe ist ein gutes Wort, um dieses Gefühl zu beschreiben. Für mich ist es heilige Unruhe.
Heilig ist etwas, wenn es besonders ist, oder einfach wo herkommt, wo ich nichts manipulieren kann. Meine Sehnsucht macht genau das. Die brodelt da in mir drinnen und ich spür, ganz in meiner Mitte bin ich nicht. Und die zeigt dann auf, was grad ist und was ich loslassen, gehen lassen sollte. Diese Unruhe ist ja so ein Zwischenzustand. Du bist innerlich schon paar Steps weiter, aber ganz angekommen ist es noch nicht, es ist noch nicht auf der Oberfläche. Und das macht Unruhe.
Für mich ist diese heilige Unruhe kein Problem, das ich jetzt lösen muss, sondern ein Hinweis, dass ich da jetzt dran bleiben will. Dem Herzen nachgehen.
Warum Benennen so kraftvoll ist
Worte haben Macht. Worte machen sichtbar, was du irgendwo in dir drinnen eigentlich schon weißt.
Es klingt so einfach und logisch, aber das ist es was es braucht. Wenn du Worte für deine Sehnsucht hast, dann kannst du richtig Licht machen. Es entsteht Klarheit, weil du deine Sehnsucht benennen kannst.
Ich bin es mir wert. Wenn ich meine Sehnsucht ausspreche und ernst nehme, dann erlaube ich mir das wahrzunehmen, was da ist. Ganz egal, dass ich noch nicht weiß wohin damit. Ich finde, es ist ein Ausdruck der Liebe zu mir. Ich bin mir es wert. Ich nehme mich selbst ernst und mach Platz für meine Bedürfnisse.
Ich glaube daran, wenn ich Worte für mich ausspreche oder in meinem Fall auch oft aufschreibe, kann ich mein ganzes System in Gang bringen. Da kommt Bewegung rein.
1.Schreib einen einzigen Satz. Der erste Satz darf genau so stehen bleiben und wird nicht korrigiert, erklärt oder ausgebessert.
2. Sei gütig und erlaube dir, dass der Begriff vielleicht noch bissl schwammig ist.
3. Nimm dir Zeit und achte auf dich. Schau was dieser Satz für dich macht.
Warum erkennen so wichtig ist
Ich bin gnädig zu mir und beschließe, dass ich nicht feststecke, sondern einfach nur neue Schuhe brauche. Ich will weiter und anders und eigentlich will ich mehr und trotzdem komm ich zu wenig Schritte weiter. Die Schuhe drücken und zwar mächtig. Die alten Schuhe sind aber nicht das Problem, sondern es ist für mich dran zu erkennen, dass ich neue brauche, dass ich gewachsen bin, mich entwickelt habe oder einfach auch meinen Stil ändern will.
Sobald ich ein Muster erkenne, übernehme ich wieder mein Leben. Ich kann entscheiden, dass es Zeit ist für neue Schuhe, aber es noch nicht so schlimm, dass ich gleich umsteigen muss. Ich kann aber auch ganz das Gegenteil entscheiden. Wenn ich mein Muster erkenne, dann macht sich Raum auf und Platz, und die Veränderung kann losgehen.
Schreib dir drei Dinge auf, die dich bremsen, die drücken und dich langsam machen.
Warum die heilige Unruhe deine wichtigste Kraft ist
Die heilige Unruhe zeigt mir, dass ich am Wachsen bin und dass sich etwas bei mir bewegt. Die Unruhe ist total ehrlich und stupst mich darauf hin, genau hinzuschauen. Sie gibt das Signal, um meine Rollen zu checken. Wo halte ich zu lange durch? Wo mache ich mich klein? Wo sind Schuhe, die mir einfach gar net mehr passen, auch wenn ich sie geschenkt bekommen habe. Ich brauche nicht für alles eine Lösung, es gibt viele gute Schuhmodelle, die ich nicht austragen muss, bis sie von selbst auseinander fallen. Sie dürfen mich durch meine Übergänge begleiten.
Mach einen KLEINEN Schritt
Ich liebe es ja prinzipiell mir die größten Ziele auszusuchen, die größte Challenge zu akzeptieren und eigentlich ist es unnötig. Ich kann selbst entscheiden ob ich mir lieber die Blasen hole oder einfach step by step ein Gefühl für meine neuen Schuhe bekomme. Es bringt mir weniger Stress, weniger Schmerzen, weniger Pflaster und weniger Drama.
Ein kleiner Schritt löst hoffentlich ein gutes Gefühl aus und motiviert mich ganz langsam mich an das neue Paar Schuhe zu gewöhnen, damit es mich viele gute Kilometer tragen kann.
Zwei Minuten ist wie eine magische Grenze. Alles was länger als zwei Minuten in meinem Alltag neu ist braucht viel zu viel Energie, wenn ich das umsetzen mag. Ich nehm mir meinen Timer und setz ihn auf 2 Minuten und dann schau ich einfach, wie ich diese Zeit nutzen mag.
Warum mir Beten hilft
Ich bin die meiste Zeit mit vielen Themen in meinem Leben auch mal überfordert und es hat mich so viel leichter gemacht, abzugeben an Gott*. Also ich kauf mir neue Schuhe, aber ich versuche mit täglichen Gebetseinheiten mich zu fokussieren auf mich, damit ich step by step gehen kann und nicht gleich in den Marathon oder nächsten Sprint laufe.
Beten ist für mich kein religiöses MUSS, sondern es ist eine Ressorce für mich, um stark zu sein ohne die Starke spielen zu müssen. Weil Stärke dann ziemlich selbstverständlich ist. Ich mache das aussprechen von Dingen, so wie in diesem Fall in Gebetszeiten oder im Lesen der Bibel. Meistens hänge ich dann noch paar Tage mit den Gedanken in den Themen. Meine Gebetszeit ist mein safespace. Meine Gebetszeit ist mein vorurteilfreiester Raum, den ich finden kann.
Meine Zeit mit Gott*.
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